Für den Alltag

Die Entwicklung des Sehens

 

Wie entwickelt sich eigentlich unsere Sicht? Die Art und Weise wie Neugeborene die Welt wahrnehmen ist faszinierend und oftmals überraschend.

In den ersten Wochen machen Neugeborene nicht viel außer zu essen und zu schlafen. Es sind aber bereits alle körperlichen Sinneswahrnehmungen voll entwickelt und das Baby kann seine neue Umgebung bereits sehen, hören und riechen.

Was können Neugeborene eigentlich sehen?

Babies werden mit Augen geboren, die sofort funktionstüchtig sind. Sogar Frühgeburten können bei der Geburt sehen, da die Sicht bereits nach sieben Monaten Austragungszeit entwickelt ist. Der Körper eines Neugeborenen mag auf den ersten Blick klein erscheinen, aber die Augen haben bereits 70% der Größe der Augen eines Erwachsenen.

In diesem Anfangsstadium können die Augen noch nicht gut fokusieren. Der optimale Sichtabstand beträgt zwischen 20 und 40 Zentimeter. Dies entspricht etwa der Distanz zwischen Mutter und Kind beim Stillen.

Die Wahrnehmung von Farben

Neugeborene finden den Kontrast zwischen Schwarz und Weiß faszinierend. Die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Farben zu unterscheiden, ist in den ersten drei Monaten nach der Geburt noch nicht sehr ausgeprägt. Im Alter von zwei Monaten, können Babies zwischen Rot, Orange, Grün und Gelb differenzieren. Kurz danach erst sind sie in der Lage, auch Blau zu erkennen. Daran liegt es auch, dass Neugeborene den Kontrast zwischen Hell und Dunkel viel spannender finden als bunte Objekte.

Gesichter erkennen

Interessant ist auch, dass das Sehen von Neugeborenen von Anfang an eine starke Präferenz für Gesichtern vorweist. Dies gilt sogar für grobe Skizzen menschlicher Gesichter. Ein Teil des Gehirns des Neugeborenen ist speziell der Gesichtserkennung gewidmet. Dieser visuelle Erkennungsmechanismus erleichtert die Bindung zwischen Mutter und Kindern, besonders in der Stillzeit. Im Alter von drei bis vier Monaten können die Babies das Gesicht der Mutter bereits klar von dem anderer Menschen unterscheiden. Dies kann man auch klar an den Reaktionen der Neugeborenen auf das Gesicht ihrer Mutter erkennen.

Das Fokusieren auf weiter entfernte Objekte ist bei Babys hingegen am Anfang weniger entwickelt. Viele Kinder schielen in dieser Zeit deswegen ein bisschen. Dies ist ganz normal, da die Augenmuskeln der Neugeborenen erst einmal gestärkt werden müssen. Erst im Alter von sechs Monaten sehen Babys vollständig klar.

Die Wahrnehmung von Tiefe

Neugeborene haben eine gute Wahrnehmung von Tiefe. Allerdings sind sie noch nicht voll in der Lage, dreidimensional zu sehen. Es gibt spezielle Zellen im menschlichen Gehirn, die für die Verarbeitung der Sinneswahrnehmungen des linken und rechten Auges und für das Sehen räumlicher Tiefe zuständig sind. Diese müssen erst voll entwickelt werden. Am Anfang kann das Neugeborene beispielsweise noch nicht das linke und rechte Auge so steuern, dass sie beide exakt in dieselbe Richtung schauen. Dies ist erst nach etwa fünf Monaten der Fall.

Was tun als Eltern?

Eltern sollten ihren Kindern viele spannende Dinge zum anschauen bieten, es aber auch nicht übertreiben. Ein Objekt nach dem anderen reicht völlig aus. Ein guter Trick ist, das Bett des Babys von Zeit zu Zeit an einen anderen Ort zu stellen, so dass es sich immer wieder in einer neuen Umgebung umsehen kann. Wir wissen ja alle, wie schön ein Tapetenwechsel von Zeit zu Zeit sein kann.

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